Kastration der Hündin – ja oder nein?
Als Kastration bezeichnet man das vollständige Entfernen der Eierstöcke, was bedeutet das Hündinnen ihre Fortpflanzungsfähigkeit verlieren. Hündinnen werden dadurch nicht mehr läufig und haben einen anderen hormonellen Status als eine unkastrierte Hündin.
- Begegnung mit aufdringlichen Rüden entfällt, Stress und Ängste können dadurch minimiert werden
- Verhaltensweisen die mit Läufigkeit auftreten entfallen (Scheinträchtigkeit, Blutung...)
- geringeres Risiko von Gesäugetumoren bei Kastration vor der zweiten Läufigkeit
- Verhindern einer Trächtigkeit
- je nach Charakter werden negative Verhaltensweisen verstärkt, z. B. starke Unsicherheit oder Ängstlichkeit, Aggressivität
- fehlende Hormone verlangsamen den Prozess des Ausreifens (soziale Reife)
- Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen steigt: z. B. Knochentumore oder Herztumore
- Risiko einer Harninkontinenz steigt
- Provokation einer Schilddrüsenunterfunktion
- Veränderung der Fellstruktur (“Welpenfell”)
- Gewichtszunahme durch veränderten Energiebedarf
Nach dem Tierschutzgesetz ist das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von gesunden Organen eines Wirbeltieres verboten. Das bedeutet, dass eine Amputation von Organen nur mit medizinischer Indikation durchgeführt werden darf. Dies gilt auch für eine Kastration.
Was sind medizinische Indikatoren, die eine Kastration rechtfertigen?
- massives Läufigkeits- / Scheinträchtigkeitsverhalten, erhöhter Stress bei der Hündin unregelmäßiges Auftreten der Läufigkeiten
- Erkrankung der Fortpflanzungorgane (z. B. Eierstockszysten, Gebärmuttervereiterungen etc.)
- Auftreten problematischer Verhaltensweisen während dem Zyklus (z. B. gesteigerte Aggression durch Hormone)
Eine Kastration ersetzt in keinster Weise die Erziehung ihres Vierbeiners! Alle Verhaltensweisen die ihre Hündin im Anöstrus (= Ruhephase zwischen den Läufigkeiten) zeigt, werden durch eine Kastration nicht verändert oder positiv beeinflusst.
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Kastration des Rüdens – ja oder nein?
Als Kastration bezeichnet man das Entfernen der Hoden, was bedeutet das Ihr Rüde seine Zeugungsfähigkeit verliert. Dadurch entfällt der Zustand der “Dauerbrunst”, in dem sich viele Rüden befinden.
- Verhaltensweisen wie z. B. Streunen wegen läufiger Hündinnen, sexuell motiviertes Aufreiten, Aggression gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen, häufiges Urinmarkieren usw. treten seltener auf
- geringeres Konfliktpotenzial mit potenten Rüden
- Verhindern von Hodentumoren
- je nach Charakter werden negative Verhaltensweisen verstärkt, z. B. starke Unsicherheit oder Ängstlichkeit
- fehlende Hormone verlangsamen den Prozess des Ausreifens (soziale Reife)
- Risiko einer Harninkontinenz steigt
- Provokation einer Schilddrüsenunterfunktion
- Veränderung der Fellstruktur (“Welpenfell”)
- Gewichtszunahme durch veränderten Energiebedarf
Nach dem Tierschutzgesetz ist das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von gesunden Organen eines Wirbeltieres verboten. Das bedeutet, dass eine Amputation von Organen nur mit medizinischer Indikation durchgeführt werden darf. Dies gilt auch für eine Kastration.
Wann ist eine Kastration sinnvoll?
- medizinische Indikation: Erkrankungen der Prostata, häufige Vorhautentzündungen, Hodentumore, Kryptorchismus (ein oder beide Hoden nicht in Hodensack abgestiegen)
- massiv auftretender Stress durch läufige Hündinnen (Appetitlosigkeit, Lautäußerungen, Ruhelosigkeit, ...)
- Verhaltensweisen, die durch Testosteronspiegel beeinträchtigt sind (Aggressionsverhalten, starkes Imponierverhalten, …)
Eine Alternative zur chirurgischen Kastration stellt ein Kastrationschip dar, dessen Wirkung vergeht nach ca. 6 – 8 Monaten und ermöglicht einen “Testlauf” vor der endgültigen Kastration.
Grundsätzlich gilt, dass bestimmte Verhaltensweisen wie z. B.: Markieren, Beschnüffeln von Artgenossen und Duftmarken, Imponierverhalten usw. völlig normal und natürlich sind. Für unerwünschtes Verhalten sollte zunächst eine erzieherische Lösung gefunden werden. Der Hund wird durch eine Kastration nicht ruhiger oder handlebarer, je nach Problematik verstärken sich bestimmte Verhaltensmuster durch eine Kastration!
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Die Läufigkeit beim Hund – Der Zyklus der Hündin
Die Läufigkeit einer Hündin zeigt die Geschlechtsreife der Hündin und ist ein natürlicher Entwicklungsprozess in ihrem Leben.
Die erste Läufigkeit – Ihre Hündin wird erwachsen:
Mit Eintreten der Geschlechtsreife setzt auch die erste Läufigkeit ein. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Ihre Hündin sowohl psychisch als auch physisch in der Pubertät und ist damit im Begriff des “Erwachsen werdens”. Wie alt Ihr Tier zu diesem Zeitpunkt ist, hängt zum einen von der Rasse, und zum anderen vom gesundheitlichen Status ab. Im Schnitt setzt die erste Läufigkeit im Alter von 6 – 12 Monaten ein. Da die Hündin erst geschlechtsreif wird und körperlich noch nicht vollständig entwickelt ist, kann die erste Läufigkeit von der Norm abweichen und lässt eine Aussage über die weiteren Läufkeiten und deren Ausmaß nur schwer zu.
Typischer Ablauf einer Läufigkeit
- Dauer: 3 – 17 tage (durchschnittlich 9 Tage)
- Anschwellen der Vulva, blutiger Scheidenausfluss
- nicht deckbereit
- Dauer: 3 – 21 Tage (durchschnittlich 9 Tage)
- sogenannte Standhitze, Hündin ist deckbereit und bietet sich Rüden an
- Scheidenausfluss wird wässriger, manchmal schleimig
- Eisprünge finden statt
- Dauer: 9 – 12 Wochen
- Abklingen der Läufigkeits-Symptome
- hormonell betrachtet, ist Hündin trächtig unabhängig ob Deckackt stattfand (Scheinträchtigkeit)
- Symptome der Scheinträchtigkeit sind möglich (z. B. Milcheinschuss, “Bemuttern” von Spielsachen/Decken, Lautäußerungen,Appetitverlust, …)
- Keine erkennbaren Anzeichen einer Läufigkeit, Sexualhormone bleiben auf einem Level
- Dauer der Phase sehr individuell, aber immer regelmäßig!
Grundsätzlich gilt, dass der Zyklus einer Hündin sehr individuell und etwas völlig Natürliches ist. Bei Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten sprechen Sie uns bitte an, wir beraten Sie gern!
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Tipps für Silvester
Wie Sie die letzte Nacht des Jahres hundefreundlich gestalten können:
- Anbieten einer Rückzugsmöglichkeit; möglichst schallgedämpft, abgedunkelt
- wenn bereits bekannt und akzeptiert Kennel mit getragener Kleidung anbieten (wirkt als sichere Höhle)
- rechtzeitig Rollläden schließen, Vorhänge zu ziehen
- Abspielen von Musik / weißem Hintergrundrauschen (Dämpfung der Lautstärke der Knaller)
- kurze, frühzeitige Spaziergänge; Hunde unbedingt angeleint lassen, ggf. ein Sicherheitsgeschirr anlegen
- auf den Umgang achten → kein "betüddeln", entspannte fröhliche Stimmung, souveränes Auftreten um Nervosität zu senken
- vor großem Angstverhalten besondere Leckerlis geben oder spielen (positive Verknüpfung)
- frühzeitiger Trainingsbeginn nach Silvester (nach Silvester ist vor Silvester!)
- mit ihrem Tierarzt über ergänzende Maßnahmen sprechen (z. B. Adaptil, Sileo etc.)
Bei großer Silvesterangst oder Geräuschempfindlichkeit ist es sinnvoll einen Hundeverhaltenstherapeuten nach einer geeigneten Trainingsmethode zu befragen. Es gibt hierbei mehrere Methoden den Hund stressfrei daran zu gewöhnen und ihm so in diesen Situationen mehr Lebensqualität zu schenken.
Gerne beraten wir Sie auch hierzu persönlich!
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Welpenfibel
Ein neues Familienmitglied zieht ein -
ein neues Abenteuer beginnt
Bevor man sich Gedanken darüber macht, welches Futter man zukünftig geben möchte, welche Accessoires der Hund braucht und wohin der erste Urlaub gehen soll, sollte man sich zunächst mit den Grundlagen befassen.
Was zählt wirklich für den Hund und wie wichtig ist die Mensch - Hund - Beziehung?
Der Mensch ist das amilienoberhaupt, derjenige der für Schutz, Nahrung und Wasser sorgt und sich liebevoll um seinen Hund kümmert. Dafür müssen wir verstehen, welche Bedürfnisse der Hund hat und welchen Beitrag man zur Erfüllung leisten kann. Als Führungsperson ist es wichtig souverän zu sein, Gefahren und Unwohlsein zu erkennen. Genauso wichtig ist es, ständig lernen zu dürfen und zu können. Dabei gilt, dass gute Gefühle der Motor sind und dem Hund es erleichtern, unseren Ansprüchen gerecht zu werden. Positive Verstärker haben auch bei uns als Kind immer gut funktioniert. Gerade am Anfang ist es wichtig, nichts zu überstürzen und Ihren Schützling zu fordern, aber nicht zu überfordern. Üben Sie alle Grundlagen schrittweise und nur so, dass Ihr Hund nicht in Stress gerät. Geben Sie Signale auch nur, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Hund in der Lage ist, sie auch durchzuführen.
Seien Sie fair!
Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Gönnen Sie Ihrem Schützling nach Übungen und dem Trubel im Alltag ausreichend Ruhe. Gerade Welpen können und sollten mindestens 15 – 20 Stunden schlafen! Im Schlaf können Eindrücke verarbeitet werden und Ihr Hund kann neue Kraft für die nächsten Abenteuer tanken.
Passendes Equipment:
Anfänglich stellen sich viele Fragen über passendes Zubehör und deren Nützlichkeit. Es gibt viele Produkte auf dem Markt und mindestens genauso viele Meinungen. Grundsätzlich gilt, alles was Schmerzen verursacht, ist tierschutzwidrig und damit verboten, auch wenn es auf dem freien Markt erhältlich ist!
Brustgeschirr oder Halsband - das ist hier die Frage
Grundlegend ist wichtig, dass beides gut sitzt und nicht scheuert. Dennoch gilt es, einige Vor- und Nachteile zu beachten:
- Entlastung der Halswirbelsäule, Halsmuskulatur und des Kehlkopfes
- weniger Möglichkeiten des Abstreifens (je nach
Modell) - Rückensteg ermöglicht schnelles und sicheres festhalten
- je nach Modell schlechte Passform
- Verletzungsgefahr beim Raufen mit anderen Hunden
- etwas umständlicher im Anlegen
- einfaches anlegen und abnehmen
- kräftiger Zug übt Druck auf Halsregion aus → kann zu Röcheln, Husten, Atemnot führen
- Würge- und Zughalsbänder sind tierschutzrelevant!
- kann Schmerzen verursachen
Hat Ihr Hund nicht gelernt, ohne Zug an der Leine zu laufen, muss immer ein Geschirr angelegt werden!
Das kleine Einmaleins - Was muss Ihr Hund lernen?
Das Leben ist ein Abenteuer für unseren Vierbeiner und seine Menschen. Damit alle möglichst gelassen und stressfrei den Alltag bewältigen können, müssen wir dem Hund einiges beibringen. Nachfolgend finden Sie einen kleinen Auszug aus dem, was Ihr Hund lernen sollte.
- Sozialisation ist das A und O: All die Eindrücke, die der Hund in den ersten Wochen sammelt, entscheiden über sein weiteres Leben. Dazu gehören alltägliche Situationen wie z.B. Auto fahren, Geräusche aus dem Straßenverkehr, Menschenansammlungen, Restaurantbesuche usw. Auch hierbei gilt, weniger ist mehr und Stress oder gar Angst sollten unbedingt vermieden werden!
- Stubenreinheit: Es nutzt nichts, den Hund zu schimpfen oder gar körperlich zu maßregeln, wenn das Malheur bereits passiert ist. Seien sie das nächste Mal einfach schneller. Jeder Welpe muss sich nach dem Fressen, Schlafen und Spielen lösen und vor die Tür gebracht werden.
- Vertrauen in seinen Menschen: Seinem Menschen muss der Hund vertrauen lernen. Er muss wissen, dass Sie ihn in jeder misslichen Lage beschützen und sich um sein Wohlergehen kümmern. Sie sind das Beste, was ihm passieren konnte, beweisen Sie es ihm.
- Hundenamen: Der Name eines Hundes sollte vor der Anschaffung gut überlegt werden und einfach auszusprechen sein. Er bedeutet stets etwas Positives und sollte nicht als "Schimpfwort" missbraucht werden!
- Beißhemmung: Die Zähne Ihres Vierbeiners können ganz schön weh tun, insbesondere die Milchzähne können uns schmerzhaft verletzen. Beenden Sie jegliches Spiel, bei dem Ihr Hund zu ruppig wird sofort, in dem Sie aufstehen und ihn ignorieren.
- Berührungen zulassen: Von Anfang an sollte der Hund Berührungen jeglicher Art (im Gesicht, an Genitalien, Pfoten, Ohren etc.) als positiv empfinden. Das erleichtert Ihnen, Ihrem Vierbeiner und Ihrem Tierarzt das weitere Leben!
- allein bleiben: Es darf nicht als schlimm empfunden werden, von seinem Menschen getrennt zu sein. Anfänglich reichen einige Sekunden, später mehrere Minuten. Die Etappen müssen langsam gesteigert werden. Wichtig ist, dass es etwas völlig Normales ist und weder ein großes Abschieds- noch ein Begrüßungsritual eingeführt wird.
- Rückruf: Dieses Signal ist besonders wichtig, wenn Sie ohne Leine mit Ihrem Vierbeiner unterwegs sind. Es muss attraktiver und wichtiger für Ihren Hund sein, als ein Reh, Radfahrer oder Artgenosse. Kann Ihr Hund dies nicht umsetzen, so sollte er an der Leine geführt werden.
- Sitz und Platz: Erst an dieser Position folgen diese Signale, da sie unweigerlich wichtig aber zweitrangig sind. Der Hund muss lernen, sich an jedem Ort, zu jeder Zeit, unter allen Umständen zu setzen bzw. hinzulegen. Vor allem beim Spaziergang ohne Leine können diese Signale in einigen Situationen hilfreich sein.
- Leinenführigkeit, gehen an lockerer Leine: Von Beginn an sollte daran gearbeitet werden, dass Ihr Schützling ohne Zug an der Leine laufen kann. Neben der eigenen körperlichen Entlastung schützt dies auch die Gesundheit Ihres Hundes und beugt späterem Problemverhalten vor.
- Auto fahren: Schritt für Schritt sollte ohne Angst und Stress das Autofahren geübt werden. Auch hierbei gilt, weniger ist mehr!
Natürlich kann es sein, dass trotz aller Bemühungen sich Fehler einschleichen und Ihr Vierbeiner ganz typische „Dummheiten“ anstellt. Darunter zählen z. B. an Menschen hochzuspringen oder Gegenstände kaputt zu machen. Für die aller meisten Probleme können Lösungen gefunden werden, sprechen Sie uns hierzu gerne an!
Kommunikation ist das "A und O" - Signale richtig geben
Um Missverständnisse und mögliche Fehlerquellen aus dem Weg zu räumen, ist eine klare Kommunikation und eine einheitliche Signalgebung sehr wichtig! Wichtig ist:
- legen Sie zu Beginn im Familienverband einheitlich die einzelnen Signale (Begriffe) fest
- sprechen Sie das Signal während des Trainings in etwa so aus, wie sie es in der entsprechenden Alltagssituation auch tun würden
- geben Sie Signale nur einmal, um "Abnutzung" zu vermeiden
- wählen Sie kurze und knappe Signale für bessere Verständlichkeit
- auf ein Signal muss immer eine Konsequenz folgen
- achten Sie auf Ihre Körpersprache, oft widersprechen unsere Worte und Stimme unserer Körpersprache
- bleiben Sie immer fair; verlangen Sie nichts, was Ihr Hund nicht auch umsetzen kann
Die Grundschule für Ihren Welpen oder Nachhilfeunterricht - Die Wahl der Hundeschule
Sie geben sich sehr viel Mühe mit der Erziehung Ihres Schützlings und dennoch hapert es an der ein oder anderen Stelle oder Ihr Welpe muss noch viel im Umgang mit Artgenossen lernen? Eine gute Hundeschule bzw. ein guter Hundetrainer/Hundeverhaltenstherapeut kann Ihnen hierbei behilflich sein. Um Hilfe zu bitten ist keineswegs eine Schande und erleichtert Ihnen und Ihrem Vierbeiner den Alltag. Wenn Sie im Internet nach passenden Adressen suchen, finden Sie unzählige Begriffsbezeichnungen und Kontakte, aber auch hierbei sollten Sie genau hinschauen. Einige wichtige Anhaltspunkte sind im Weiteren aufgeführt:
- Hundetrainer/-in ist Ihnen sympathisch, er/sie hat ein Gespür für Menschen
- fragen Sie nach einer Schnupperstunde und schauen Sie sich die Trainingsmethoden an (gewaltfrei und tierschutzgerecht!)
- vor dem Training wird ein Beratungstermin durchgeführt
- achten Sie auf eine nachweisliche Ausbildung bzw. Fortbildungen
- Gruppen sind nicht zu groß; ideal sind max. 6 Hunde-Mensch-Teams pro Trainer
- Trainer/-in achtet auf individuelle Eigenschaften Ihres Hundes und Ihre eigenen Fähigkeiten
- Hunde mit Verhaltensproblemen werden zunächst im Einzeltraining betreut
- Hundetrainer/-in kann zu jeder Zeit erklären, warum er etwas wie tut
- kein Einsatz von Starkzwangmitteln (z. B. Würge-/Stachelhalsbänder), kein Einsatz von
- anderen negativen Verstärkern (z.B. Rappeldosen, Sprühbänder), Arbeit über positive Verstärkung
- der Hund sollte sich wohlfühlen; bei starkem Stress, Angst und Panik muss eine andere Lösung gefunden werden
- es gibt keine unkontrollierten "Tobestunden", Spiel wird immer kontrolliert um Mobbing zu vermeiden
Mythen und nichts als Mythen
Fragt man langjährige Hundebesitzer oder sucht ein wenig im Internet, tauchen immer wieder ähnliche Ratschläge auf, die man ja unbedingt beherzigen soll. Aber bitte hinterfragen Sie jeden Einzelnen logisch und suchen Sie nach einem wissenschaftlichen Beweis. Achten sie bei Ratschlägen von anderen Hundebesitzern, oder bei Tipps aus dem Internet immer darauf, dass diese logisch durchdacht und wissenschaftlich belegt sind.
Typische Behauptungen können lauten:
„Du musst das Alphatier sein und deinem Hund zu jeder Zeit das Futter wegnehmen können.“
Haben Ihre Eltern Ihnen einfach aus Spaß mal Ihren Teller mit Spaghetti Bolognese weggenommen, als Sie noch klein waren?Nein? Warum sollten Sie es dann bei Ihrem Hund tun…
„Dein Hund ist immer noch nicht stubenrein? Du musst ihm zeigen, wer der Boss ist und ihn in seine Exkremente drücken.“
Ihr Hund hat noch nicht verstanden, dass er sich ab sofort vor der Tür lösen muss. Bestrafen wird keinen Erfolg bringen, machen Sie ihm deutlich, was richtig ist.
„Du bist der Chef, zeige ihm das, indem du ihn auf den Rücken drehst/im Nacken packst/ins Ohr beißt…“
Dominanz hat nie etwas mit Angst einflößen zu tun. Es bedeutet Souveränität und respektiert zu werden. Sie würden auch niemanden respektieren oder vertrauen, der Ihnen Schmerzen zufügt.
„Im Wolfsrudel wird auch mal das rangniedere Tier gebissen, wenn es nicht gehorcht.“
Ein freilebendes Wolfsrudel lebt in einem Familienverband. Dort gibt es keine klassische Einteilung nach „Alpha“,“ Beta“, „Omega“ … Es gibt die souveränen Leittiere und ihre Nachkommen, welche sie beschützen und verteidigen. Alle Streitigkeiten werden ohne Verletzungen ausgetragen um das allgemeine Überleben zu sichern.
Diese Liste könnte noch endlos fortgeführt werden und es ist an der Zeit, dass diese Mythen überarbeitet werden. Mit ein wenig Logik und Feingefühl ist es gar nicht so schwer.
Sie möchten noch mehr erfahren? Hier sind einige empfehlenswerte Bücher und Autoren:
- „Hundeverhalten unter der Lupe”; Celina del Amo; 2019
- „Vier gewinnt!”; Celina del Amo; 2017
- „Einfach brav;Celina del Amo; 2018
- „Allzu viel ist ungesund”; Yvonne Adler, Gudrun Braun, Udo Ganßloser; Müller-Rischlikon; 2017
- „...und weg ist er!”; Udo Ganßloser; Filander Verlag; 2014
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Hypoallergene Fütterung bei Hund und Katze
Futtermittel welche als „hypoallergen“ bezeichnet werden, enthalten wenig allergene Stoffe und sollen im Allgemeinen besser verträglich sein und keine allergischen Reaktionen auslösen.
Hierzu gibt es zwei verschiedene Diäten:
- Hydrolisierte Futtermittel: hier sind die Eiweiße durch Hydrolyse in kleine Bestandteile
zerlegt und wirken dadurch nicht mehr allergen. - das Prinzip der Ausschlußdiät mit hypoallergenen Futtermitteln
Zusammensetzung eines hypoallergenen Futtermittels:
- eine Proteinquelle;
- möglichst „exotische“ Fleischsorte
(z. B. Wasserbüffel, Känguru etc.) - eine Gemüsesorte/hochwertige Pflanzen
z. B. Kartoffel, Reis, Hirse
Wichtig ist dabei auf die Sortenreinheit zu achten, das bedeutet, dass ausschließlich das gewählte Protein enthalten ist. Deshalb unbedingt die detaillierte Futtermittelzusammensetzung durchschauen. Häufige Proteinquellen, welche Futtermittelallergien auslösen sind beim Hund: Rind, Schwein, Huhn und Pute und bei der Katze zusätzlich Fisch. Diese sollten zukünftig unbedingt gemieden werden.
Des Weiteren ist folgendes ist zu beachten:
- Futtermittel muss ein Alleinfuttermittel sein; alles Notwendige (Proteine/tierische
Bestandteile, Fett, Kohlenhydrate, Faserstoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente)
ist zugesetzt - ausschließlich das vorab gewählte Protein füttern
- konsequente Einhaltung des Speiseplans (Nageteile, Leckerlis etc.)
- Fütterung über einen Zeitraum von mind. 8 Wochen
Um wirklich sagen zu können, ob ihr Tier eine Futtermittelallergie hat musss die entsprechende Diät konsequent über mind. 8 Wochen gefüttert werden. Während dieser Zeit kann ihr Tier immer noch Symptome zeigen, sie sollten allerdings stetig besser werden. Sollte Ihr Tier während dieser Anfangsphase etwas Anderes außer das gewählte Futter/Protein zu sich nehmen, beginnt der Zeitraum von mind. 8 Wochen von vorn.
Hier finden Sie alle Informationen als Download:
Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze
Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine hormonelle Erkrankung, welche häufig bei Katzen vor allem im Alter über acht Jahren auftritt. In den meisten Fällen sind gutartige Wucherungen von Schilddrüsengewebe die Ursache für eine überschießende Hormonproduktion.
Folgende Symptome können bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten:
- Unruhe, Hyperaktivität
- Heißhunger
- Gewichtsverlust
- Aggressivität
- Symptome des Magen-Darm-Trakts z. B. Durchfall, Erbrechen
- Fellveränderungen
Nachweis einer Schilddrüsenüberfunktion:
Regelmäßige Blutkontrollen, bei denen die Konzentration des Schilddrüsenhormons T4 (Thyroxin) gemessen wird, können eine Überfunktion frühzeitig nachweisen. In diesem Zusammenhang sollten auch andere Organwerte wie z. B. die der Nierenfunktion überprüft werden, um andere Erkrankungen erkennen zu können.
Therapie und Prognose
- lebenslange Eingabe von Medikamenten
- Blutkontrolle nach ca. 4 Wochen nach Therapiebeginn
- Überprüfung der Organwerte und des Schilddrüsenhormons zweimal jährlich
- Fütterung von Spezialfutter mit reduziertem Jodgehalt
- in Einzelfällen kann eine Radiojodtherapie bzw. eine chirurgische Entfernung sinnvoll sein, wobei Risiken und Nachteile abgewogen werden müssen
Sofern die Medikamente gut verabreicht werden können und die Katze das jeweilige Präparat gut verträgt, lässt sich eine Schilddrüsenüberfunktion gut behandeln. Es kann einige Zeit dauern, bis die Symptome gänzlich verschwunden sind, sie sollten aber stetig besser werden.


