Als Kastration bezeichnet man das Entfernen der Hoden, was bedeutet das Ihr Rüde seine Zeugungsfähigkeit verliert. Dadurch entfällt der Zustand der “Dauerbrunst”, in dem sich viele Rüden befinden.
- Verhaltensweisen wie z. B. Streunen wegen läufiger Hündinnen, sexuell motiviertes Aufreiten, Aggression gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen, häufiges Urinmarkieren usw. treten seltener auf
- geringeres Konfliktpotenzial mit potenten Rüden
- Verhindern von Hodentumoren
- je nach Charakter werden negative Verhaltensweisen verstärkt, z. B. starke Unsicherheit oder Ängstlichkeit
- fehlende Hormone verlangsamen den Prozess des Ausreifens (soziale Reife)
- Risiko einer Harninkontinenz steigt
- Provokation einer Schilddrüsenunterfunktion
- Veränderung der Fellstruktur (“Welpenfell”)
- Gewichtszunahme durch veränderten Energiebedarf
Nach dem Tierschutzgesetz ist das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von gesunden Organen eines Wirbeltieres verboten. Das bedeutet, dass eine Amputation von Organen nur mit medizinischer Indikation durchgeführt werden darf. Dies gilt auch für eine Kastration.
Wann ist eine Kastration sinnvoll?
- medizinische Indikation: Erkrankungen der Prostata, häufige Vorhautentzündungen, Hodentumore, Kryptorchismus (ein oder beide Hoden nicht in Hodensack abgestiegen)
- massiv auftretender Stress durch läufige Hündinnen (Appetitlosigkeit, Lautäußerungen, Ruhelosigkeit, ...)
- Verhaltensweisen, die durch Testosteronspiegel beeinträchtigt sind (Aggressionsverhalten, starkes Imponierverhalten, …)
Eine Alternative zur chirurgischen Kastration stellt ein Kastrationschip dar, dessen Wirkung vergeht nach ca. 6 – 8 Monaten und ermöglicht einen “Testlauf” vor der endgültigen Kastration.
Grundsätzlich gilt, dass bestimmte Verhaltensweisen wie z. B.: Markieren, Beschnüffeln von Artgenossen und Duftmarken, Imponierverhalten usw. völlig normal und natürlich sind. Für unerwünschtes Verhalten sollte zunächst eine erzieherische Lösung gefunden werden. Der Hund wird durch eine Kastration nicht ruhiger oder handlebarer, je nach Problematik verstärken sich bestimmte Verhaltensmuster durch eine Kastration!

